| Saturday, 11.February.2012, 07:00 |
Berlin – Nicht nur sonnenhungrige Urlauber kommen dieser Tage an die deutsche Nordseeküste, auch viele Brandgansküken erkunden derzeit ihre neue Heimat im Wattenmeer. Vom 31. März bis 31. Oktober ruft der NABU Urlauber und Bewohner der Wattenmeer-Küste und der Nordseeinseln auf, Brandgänse zu zählen, die Ergebnisse zu notieren und für eine gemeinsame Auswertung zu melden. „Die meisten der auffälligen Wattvögel wurden mit 600 Tieren von der Insel Borkum und mit 323 Vögeln von der Hamburger Hallig gemeldet“, präsentierte NABU-Wattenmeerexperte Dominic Cimiotti die ersten Ergebnisse. Insgesamt seien bisher 4.800 Brandgänse gemeldet worden.
Die ersten Brandgansküken, die mit ihrem schwarz-weißen Dunenkleid ihren Eltern noch nicht sehr ähnlich sehen, zeigten sich bisher vor allem am Festland. „Bei Norddeich im Landkreis Aurich wurden bereits Anfang Juni die ersten 16 Küken entdeckt. Mittlerweile sind auch an der Westküste Schleswig-Holsteins an mehreren Stellen junge Brandgänse aufgetaucht“, so Cimiotti. Brandgansküken können wie die Küken aller Entenvögel sofort schwimmen. Nicht alle Jungvögel werden aber bis zum Flüggewerden von ihren eigenen Elternvögeln betreut. Eine Vielzahl der Jungvögel wird noch vor diesem Zeitpunkt verlassen und bildet sogenannte „Kindergärten“, die bis zu 100 Jungvögel aus unterschiedlichen Gelegen zählen können. Geführt werden diese zum Beispiel von erfolglosen Altvögeln. Die Altvögel, die keine Jungvögel mehr führen, begeben sich demnächst bereits in ihr Mauserquartier, das vor allem im Bereich der Elbmündung liegt. Dort treffen sich im Spätsommer fast alle europäischen Brandgänse, bis zu 200.000 Tiere, zum Gefiederwechsel.
Wie hoch der Bruterfolg in diesem Jahr sein wird, lässt sich jetzt jedoch noch nicht sagen. Die Brutbestände im deutschen Teil des Wattenmeers haben in den letzten Jahren stark abgenommen, wofür der NABU mit der Zählaktion nach Ursachen sucht. Besonders von den Düneninseln im Wattenmeer, dem traditionellen Brutgebiet der Art, wünscht sich der Umweltverband weitere Informationen zu aktuellen Vorkommen der Brandgans. Die so gewonnenen Daten werden anschließend wissenschaftlich ausgewertet. Bei der Auswertung zählt jede Meldung, denn nur wenn möglichst viele Vogelfreunde teilnehmen, kann die Situation der Brandgans im Wattenmeer beurteilt und auch für viele andere Wattbewohner verbessert werden. Brandgänse können noch bis zum 31. Oktober gemeldet werden.
Für Rückfragen:
Dominic Cimiotti
NABU-Wattenmeerexperte
Tel. 0162-1303041
Quelle: NABU
Fotos:
Brandgans mit Küken: Naturbilderteam-Schwenk
Fliegende Brandgans: Mathias Schaef
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